Festnetze
Verdrillte Kupferkabel, die bereits Endes des 19. Jahrhunderts zur
Übertragung von Telefongesprächen genutzt wurden, sind auch 30 Jahre nach der Liberalisierung der Telekommunikationsmaärkte in vielen
Haushalten heute noch die Basis für Breitband-Internetanschlüsse. Die verwendeten
Protokolle haben sich im Laufe der Jahrzehnte verändert, heute sind noch
ADSL2+, VDSL2 mit Vectoring bzw. Supervectoring im Einsatz. Unter optimalen Bedingungen (= kurze Leitungslängen) sind Downlink-Bandbreiten von bis zu 250 Mbit/s möglich. Im ländlichen Bereich mit langen Anschlussleitungen hingegen liegen die Bandbreiten mit ADSL2+ nur bei max. 16 Mbit/s bzw. in ungünstigen Fällen noch weit drunter. Die Technologie ist überholt, benötigt viel Energie und hemmt die Entwicklung einer digitalen Volkswirtschaft.
Kabel-TV-Netze/HFC
Die ursprünglich Mitte der 1980er Jahre als alternative
Trägerplattform für aufkommende private Fernsehsender gebauten Netze
werden heute nicht mehr nur TV-Signalübertragung sondern genutzt, um
leistungsfähige Breitbandanschlüsse bereitzustellen. Da
das Kernnetz auf Glasfaser umgestellt wurde,
spricht man heute von Hybrid Fiber Cable-Netzen (HFC). Moderne
HFC-Netze bieten heute als Shared Medium und mit dem Standard DOCSIS 3.1 (Data over Cable Service Inferface
Specification) eine Gesamtbandbreite von
10 GBit/s, die es auf die verschiedenen Dienste wie Fernsehen,
Internet und Telefonie aufzuteilen gilt. Mit DOCSIS 4.0 sollen auch vergleichbar hohe Uplink-Datenraten möglich sein.
Glasfaseranschlussnetze
Die langfristig zukunftssichere Anschlussvariante bietet
bereits heute technische Bandbreiten, die jenseits der aktuellen
Kundenbedürfnisse liegen. Während das Bandbreitenpotenzial von
DSL-Anschlüssen weitgehend ausgeschöpft ist und bei HFC-Netzen keine
nennenswerten Steigerungen zu erwarten sind, lassen sich mit
Glasfaseranschlussnetzen bereits in der ersten Ausbaustufe
Bandbreiten von 1 GBit/s und mehr realisieren - und zwar über
Strecken von 10 km und mehr. In weiter entwickelten Märkten wie z.B. der Schweiz werden bereits Anschlüsse mit eine Bandbreite von 25 Gbit/s symmetrisch angeboten. Das entgültige Leistungspotenzial von
Glasfaserkabeln ist derzeit nich nicht abzusehen, da die
opto-elektrischen Wandler an den Enden einer Glasfaserleitung einer
permanenten technologischen Weiterentwicklung unterliegen. Bereits heute kann über eine Glasfaser die gleiche Datenmenge übertragen werden wie über 18.000 Koaxialkabel. Das
Medium Glasfaser ist jedoch in jedem Fall zukunftssicher.
Mobilfunk
In den zurückliegenden 35 Jahren hat sich der digitale Mobilfunk fundamental verändert.
Dabei hat ein enormer Wandel stattgefunden: Während
die GSM (2G)-Netze seinerzeit noch rein für die Übertragung von
Sprachtelefonie konzipiert wurden, war mit UMTS (3G) bereits ein
Mischbetrieb zwischen breitbandiger Datenübertragung und
Sprachtelefonie möglich. Moderne LTE (4G)-Netze hingegen sind reine
Datenübertragungsnetze, bei denen die Sprachübertragung über reine
Softwarelösungen ermöglicht wird. Heute sind LTE und 5G weit verbreitet, während UMTS bereits angeschaltet ist und GSM vor der Abschaltung steht. Neue Technologien der
sechsten Generation oder Satelliten-Mobilfunk sind bereits im Aufbau und versprechen eine weitere Steigerung der
Leistungsfähigkeit. Neben echten mobilen Anwendungen kann Mobilfunk auch für die Substitution oder Ergänzung von Festnetzanschlüssen genutzt werden.
Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz umfasst computergestützte Systeme, die durch algorithmische Verfahren intelligentes Verhalten demonstrieren. Moderne KI basiert primär auf Machine Learning und Deep Learning mit neuronalen Netzen, trainiert auf großen Datenmengen. Diese Systeme identifizieren komplexe Muster, generieren Vorhersagen und automatisieren kognitiv anspruchsvolle Aufgaben. Zentrale Technologien sind Transformer-Architekturen, Reinforcement Learning und Gradient-basierte Optimierungsverfahren. Anwendungsdomänen reichen von Natursprachverarbeitung über Computer Vision bis zu Entscheidungssystemen. Aktuelle Forschungsfragen betreffen Interpretierbarkeit, Transfer Learning, Generalisierungsgrenzen und ethisch-gesellschaftliche Implikationen skalierbarer Systeme.
WLAN
Familie von Funktechniken, die letztlich Anschlusskabel ersetzen,
erleichtert den Nutzer den Zugang zu Datennetzen und fördert dadurch
die Intensität der Nutzung von mobilen Anwendungen. Der um die
Jahrtausendwende aufkommende Standard IEEE 802.11 der
amerikanischen Verbandes der Elektroingenieure führte zu einer
völlig neuartigen mobilen Nutzung in sogenannten Public Hotspots.
Damit war es einer breiten Nutzerschicht möglich, in Cafés,
Restaurants oder an anderen quasi-öffentlichen Orten kostengünstig
(da meist unentgeltlich) mit einer auskömmlichen Bandbreite als
Shared Medium einen Internet-Zugang zu nutzen. Aber auch im privaten
Heim haben sich derartige drahtlose Netzzugangsvarianten etabliert.
Aktuelle Hotspots nach dem Standard Wi-Fi 5 (802.11ac), Wi-Fi 6 (802.11ax) oder Wi-Fi 7 (802.11be) bieten Bandbreiten von
mind. 600 MBit/s, wobei das Nadelöhr meist der dahinterliegende Internet-Zugang ist. So findet die mobile Nutzung von
Smartphones, Tablets oder Notebooks häufig nicht über Mobilfunknetze
sondern über Festnetzanschlüsse mit WLAN-Zugang statt.